Werttreiber ist der Wartungsbestand, nicht der Auftragseingang – Spezial-Löschtechnik ist gefragt
Der Brandschutzmarkt steht vor einer Phase spürbarer Veränderung. Gesetzlich vorgeschriebene Prüf- und Wartungszyklen sichern eine planbare, wiederkehrende Nachfrage – während gleichzeitig Fachkräftemangel, steigende technische Anforderungen und neue Anwendungsfelder wie Rechenzentren und Batteriespeicher viele Unternehmen vor zusätzliche operative Herausforderungen stellen. Dies sind Kernergebnisse der neuen Sektorstudie von LSJ Advisory (LSJ). Die M&A-Boutique für den deutschen Mittelstand und mittelständische Unternehmer hat den Markt für Brandschutz in ihrem Report detailliert analysiert.
Der technische Brandschutz ist ein zentrales Gewerk der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) innerhalb der Building Lifecycle Services. Wie die Studie zeigt, entsteht ein wesentlicher Teil der Nachfrage im Bestand aus regulatorischen Prüf- und Wartungspflichten. „Das schafft wiederkehrende Erlöse und macht das Servicegeschäft vergleichsweise resilient gegenüber konjunkturellen Schwankungen“, sagt Tobias Ramminger, Geschäftsführer von LSJ. Das Wachstum wird von Bestandssanierung, steigenden Sicherheitsanforderungen und neuen Risikoklassen getragen – nicht vom Neubauzyklus.
Nachfrage entsteht aus Rechtspflicht und Versicherbarkeit
Brandmelde- und Löschanlagen müssen regelmäßig geprüft werden, in der Regel alle drei Jahre. Der deutsche Markt wuchs von ca. 9 Mrd. Euro (2020) auf rund 11 Mrd. Euro (2025) – trotz rückläufiger Bauleistung. Die wiederkehrende Nachfrage im Brandschutz basiert auf vier voneinander unabhängigen Säulen: Landesbaurecht, Arbeitsschutz/DGUV, private Normung sowie Versicherbarkeit und Betreiberhaftung. Zwei davon setzen keinen Gesetzgeber voraus, sondern Versicherbarkeit und Haftung. Dies unterscheide den Brandschutz von Prüfmärkten, die an einer einzigen Vorschrift hängen, so die Experten von LSJ.
Batteriespeicher und Rechenzentren schaffen Brandszenarien, die Sprinkler nicht beherrschen
Die Nachfrage nach aktivem Brandschutz verschiebt sich mit der Elektrifizierung. „Wo Wasser nicht mehr funktioniert, entsteht eine wachstumsstarke Technologienische mit Servicebindung“, sagt Ramminger. Denn Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur und Rechenzentren erzeugen Brandszenarien mit Verläufen, für die wasserbasierte Systeme nicht ausgelegt sind. Gefragt sind Aerosol-, Sonderlöschmittel- und Hochdruck-Wassernebelsysteme. Diese seien technisch anspruchsvoller, höherwertiger und mit engerer Kundenbindung verbunden.
Marktstruktur geprägt von inhabergeführten und regional tätigen Betrieben
Die große Mehrheit der anerkannten Errichter – insgesamt gibt es über 180 VdS-zertifizierte Anbieter – sind kleine, regional tätige und inhabergeführte Betriebe. Bei mindestens 100 dieser Unternehmen ist ein geschäftsführender Gesellschafter 55+ Jahre alt. „Unternehmensnachfolgen werden damit zu einem strukturellen M&A-Treiber – und schaffen ein breites Universum potenzieller Add-ons für bestehende Plattformen. Die Konsolidierung ist bereits in vollem Gange“, sagt Ramminger.
Wartungsvertragsbestand bestimmt maßgeblich Ertragsqualität und Bewertung
Die EBITDA-Marge serviceorientierter Anbieter mit einem hohen Anteil wiederkehrender Erlöse erreicht ein deutlich höheres Niveau (rund 18 %) als die von stärker projekt- und produktgetriebenen Unternehmen (rund 9 %). Gleiches gilt für die Unternehmensbewertung. „Entscheidend ist nicht allein die Größe eines Unternehmens, sondern wie hoch der Anteil planbarer, wiederkehrender Erlöse ist“, sagt Ramminger.
Marktstruktur, Bewertungen und M&A-Aktivität im Brandschutz: Die vollständige Studie erhalten Sie auf Anfrage.